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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Am Morgen des Festes ward mit allen Glocken derStadt, das heißt, mit Einer, geläutet.

Etwas später brachte der Cantor Bicrfrcund, in Ver-einigung mit allen tonkundigcn Männern und Knaben desOrts, dem Ostindier ein Ständchen.

Gegen Mittag war große Parade der Bürgergarde, diein ihren viclfärbigen Sonntagsröckcn aufzog, nnd sich, umdie guten Kleider durch Drängen und Reiben nicht zuverderben, ziemlich locker und bequem in Reihen und Glie-der aufstellte. Die stattlichste Heldenfigur war unstreitigder Hauptmann, Herr Schneppe. Kopflang über sein gan-zes Volk hervorragend und in brennenden, mit Gold be-setzten Scharlach gekleidet, stand er, mit einem glänzendenSponton in der Hand, an der Spitze seiner Schaar, undließ vor dem Indier, der sich am Fenster zeigte, das Ge-wehr präsentiren. Das Manöver gerieth schlecht, wardaber gut belohnt. Richard sandte Wein, sein Mundschenkdurchging die Glieder und reichte jedem der gewappnetenMänner einen vollen Becher. Dafür erschallte dem hohenGeber aus allen erfrischten Kehlen ein freudiges Lebehoch.

Nach dieser Stärkung ging der Marsch etwas wenigerknickbeinig als vorher zum Thor hinaus nach dem Schieß-plätze, wo ein großes Tafelzelt ausgeschlagen und vonallen Seiten mit Kram- und Glücksbuden umgeben war.Bald darauf fuhr Richard mit orientalischem Pomp dahin.Der Magistrat empfing ihn am Wagen. Herr Trottelstand ganz hinten auf den Zehen und sah mit langemHalse über seine Collegen hinweg, ob sein Feind, der Affe,mit anssteigcn werde; doch zum Glücke war das hämischeThier zu Hause geblieben. Der Bürgermeister begrüßteden Gast mit einer weit ausholenden Anrede, verwickeltesich aber gleich in der ersten Periode, nnd wäre vor der