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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Jedes neue Band, womit sich ein Dienstmävchen schmückt,setzt die Zungen der Stadt in Bewegung.Seht dochdie Dirne!" heißt cs.Wo mag sie das herhaben?Auf dem Felde der Tugend und Ehrbarkeit ist es gewißnicht gewachsen!" Eben so lieblos würde man übermeine Tochter urtheilen. Folglich, mein Herr, muß IhrGeschenk bei uns so lange in geheimer Verborgenheitbleibe» , bis Elise vielleicht mit der Zeit in glücklicheVerhältnisse kommt, die sich mit einer solchen Pracht-kleidung einigermaßen vertragen. Ich bin re.

Philipp von Roggenburg.

An diesem Briefe gefiel dem Ostindier nichts als derSchluß. Er glaubte, wiewohl ganz irrig der Hanpt-mann wolle ihm zu verstehen geben, daß man ihn nichtabweiscn würde, wenn er .Elisen ans dem Wege der Eh«in glückliche Verhältnisse setzen wollte. Hierzu war erzwar noch nicht entschlossen; doch machte es ihm Vergnü-gen, die ihm von dem Bürgermeister mitgetheilte Nachricht,daß Elise bereits verlobt scp, für eine Fabel halten zukönnen.

Der Hauptmann verfehlte ganz seinen Zweck, das ein-gclaufcne Geschenk zu verheimlichen. Des Ostindiers Be-such machte ungeheures Aufsehen. Man sah ihn hingehen,man sah ihn znrückkommcn; die Neugier wich nicht vonihrem Lauerposten am Fenster. Sie fing auch den Be-dienten mit dem Päckchen glücklich auf und crrieth sogleichdie ganze Sache, als er mit leerer Hand wieder nachHause ging, und bald darauf des Hauptmanns Aufwärter,ein alter Soldat, einen Brief i» den Gasthof trug. DieFrau Bürgermeisterin, die das Alles beobachtete, ließ ingrößter Eil ihre Busenfreundinnen auf den Nachmittag zu