einem Kaffee zusammcnberufcn. Sic stellten fich gchorsamstein, und die merkwürdige Begebenheit, die ihnen diesprachscligc Wirthin umständlich vertrug, machte auf sieeinen so gewaltigen, alle ihre Sinne fesselnden Eindruck,daß ihnen die Vorgesetzte Cichorienbrühe wie der beste lc-vantische Kaffee schmeckte. Sie weissagten einstimmig einenahe Vermählung. Aber, Himmel! wie fielen sic nun auchmit Natterzungcn über Elisen her!
„Sie ist eine stolze Närrin!"
„Ein Fräulein Naseweis!"
„Dünkt sich klüger als wir Alle."
„Macht sogar Versche!"
„Bildet sich auf ihre Schönheit wundervicl ein."
„Und alles, alles ist doch nur Blendwerk!"
„Sic schminkt sich weiß und roth."
„Ihre sogenannten Perlenzähnc hat ihr der Zahnarzteingesetzt."
„Ihre schönen blonden Haare sind eine Perücke."
„Mit ihrer Tugend steht's gewiß auch nur so, so!"
„Der junge fremde Mensch geht nicht Bctens halber beiihr ans und ein."
„Sie soll schon, mit Ehren zu melden, ein Hufeisenverloren haben." —
So gings wie ein Lauffeuer von Mund zu Mund. Aberder letzte gar zu derbe Schuß erschreckte die Bürgermeiste-rin; und ob sie fich gleich sonst mit Ehrenrettungen nichtabgab, so nahm sie sich doch dießmal der Verläumdetenan und sagte mit Kopfschüttcln: „Nein, Frau Gevatterin,da hauen Sie denn doch wohl ein Bischen über die Schnur!Man kann und darf zwar von den Fehlern seines Nächstenein christliches Gespräch führen; aber was zu arg ist, dasist zu arg! Von solchen Hanptlastern muß man Beweise