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„Beschämen Sic mich nicht, lieber Vater!" sprach Elise.„Oder sagen Sie wenigstens die Sache, wie sie ist. Ichhabe das Lied nicht gedichtet, sondern nnr ein wenig ver-ändert."
„Deine Bescheidenheit, gutes Kind, spaziert weiter alsich neben der Wahrheit vorbei!" versetzte der Vater.„Glauben Sic meinen Worten, Herr Richard! Man sangvor einiger Zeit auf allen Straßen ein kanderwälschcs,deutsch-französisches Volkslied, in welchem ein Invalideüber seine hölzernen Beine scherzt. Daraus entlehnte meineTochter einen oder zwei Gedanken, that das Uebrigc auseigenen Mitteln hinzu, und so entstand ein Lied, das sieuns, wenn sie Lust hätte, zur Guitarre Vorsingen könnte."
Elise beschuldigte ihren Vater, er lege cs recht darausan, ihre Schwächen an's Licht zu ziehen: doch griff siesogleich nach der Guitarre und sang:
Was blicken die Junge» und AltenMich kläglich und seufzend an?
Wenn sie mich für unglücklich halten,
So täuscht sie ein irriger Wahn.
Ich hatte geschworen, mein Lebe»
Dem Batcrlande zu weihn:
Ich Hab' ihm die Beine gegeben,
Und frisch ist das Leben noch mein.
Drum bin ich ja glücklich zu preise».
Denn traun, es gefällt mir noch hier!
ES zielt nun kein donnerndes Eisen,
Kein flammendes Schwert mehr nach mir.
Nicht Neichthnm ward mir beschicken.
Mich nährt nur ein kärglicher Sold:
Ich aber bin froh und zufrieden,
Und das ist mir lieber als Gold.