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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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fie in ein Zimmer, wo ein zierlich gedeckter und mit Was-serflaschen reichlich versehener Tisch für sie bereit stand.Sie setzte» sich. Zeder fand unter seinem Gedeck einensehr schön geschriebenen moralischen Sinnspruch, theils inlateinischer, theils in griechischer Sprache.Das ist dochsonderbar!" sagten sic zu einander.Sonst beschließt manmit Devisen die Tafel, und hier fängt sie damit an." Sielasen sich die kalten Sentenzen vor, und waren von Mi-nute zu Minute einer warmen Suppe gewärtig. Dochsie kam nicht. Nach langem geduldigen Warten ergingeine Mahnung an den Gastwirth, die Speisen austragcnzu lassen. Er aber versicherte: cs scy nichts weiter fürsie bestellt, als was sic bereits auf dem Tische gefundenhätten. Das waren, wie gesagt, einige Flaschen mit Was-ser. Die betrogene Gesellschaft erstaunte, lachte und fluchtedurch einander, und mußte ihren Hunger auf eigne Kostenstillen.

Auf der Universität, wo Herr 8,-iImius die Rechte stu-dirte, blieb er sich völlig gleich. Er floh den Umgang mitJünglingen, die sich als Jünglinge betrugen, und äffte inKleidung und Sitten, sogar im bcdächtlich langsamenGange, den ältesten Professoren nach. Bisweilen gefieles ihm, sich den Schein eines geschäftigen Sachwalters zugeben. Da nahm er einen großen Pack Papiere, die man fürGerichts-Acte» ansehen sollte, unter den Arm, ging mitraschen Schritten auf's Rathhaus, trieb sich eine Weileauf den Treppen und in den Vorsälen herum, und schlichendlich zur Hintcrthür wieder hinaus.

Zu anderer Zeit begab er sich in gemeine Tabaksschen-ke», setzte sich mit seinem Glase Bier unter die alten ehr-baren Spieß- und Pfahlbürger, und salbaderte mit ihnensehr verständig von Krieg und Frieden.