-o-V 35 S-o-
Achtes Kapitel.
Auftritt dcs gekrönten Poeten.
Als der Affe aus dem Zimmer verwiese» und der vonihm angerichtetc Wirrwarr wieder in Ordnung gebrachtwar, machte der edle Wein, dergleichen man in Michel-heim nie getrunken hatte, die speisende Gesellschaft, beson-ders die Ritter der Tafelrunde, beweglich und lustig.Sie stießen herzhaft mit den Gläsern zusammen, brachtenden guten, alten Trinkspruch: Was wir lieben! undandere Gesundheiten aus, warfen sich allerlei lächerlicheSchwachheiten und Gebrechen vor und wetteiferten rechtmit einander, den freundlichen Wirth mit drolligen Stadt-geschichtcn zu unterhalten. Da gab's Schnurren und Anek-doten vom Cantor Bicrfrcund, vom Rector Schnitzer,vom Advokaten Striegel, von der reichen MadameBremse und andern. Das alles wurde mit einem Toneder Wichtigkeit erzählt, als wären die Helden und Heldin-nen dieser Geschichten berühmte Leute, deren Namen undThaten auf jedermanns Lippen schwebten und folglich auchbis nach Ostindien gedrungen sepn mußten. Was denErzählern, die von der ganzen Welt nur ihren Geburts-winkel kannten, wichtig war, das sollte auch für denMann, der die alte und neue Welt durchkreuzt hatte, ei-nen anziehenden Reiz haben. Die Zeit ward ihm aber sehr