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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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mit ihm bekannter zu machen und ihm ohne Furcht irgendetwas auszubieten. Die Frauen Gevatterinnen weigertensich dessen mit widriger Gesichtsverzerrung, die, nach derSitte des gemeinen Haufens, Eckel und Abscheu ausdrückte.Aber Lieschen Trottel hatte den Muth, ihm ein StückchenConfect in möglichster Ferne auf dem Fächer hinzulangen.Er nahm es mit gebührender Artigkeit an. Grctchen thatnun ein Gleiches, und ihr Wagestück gelang nicht minder.Das machte die Mädchen so beherzt, daß sie ihm nachhermit der bloßen Hand Zuckerwerk und Obst reichten, ihnstreichelten und muthwillig neckten. Alle diese Vertraulich-keiten ließ er sich ruhig gefallen. Die übrige Gesellschafterkühnte sich nun auch, ihn zu bedienen und zu beunruhi-gen. Sogar Herr Trottel gab ihm von hinten einen Klapps.Es sollte ein leichter, scherzhafter Schlag werden, doch dieschwere Hand fiel zu derb auf. Der Affe nahm dieß übel,drehte sich schnell, sprang aus den Beleidiger zu, griff ihmmit beiden Vorderfüßen in die Perücke und zerarbeitetesie unbarmherzig. Herr Trottel wehrte sich nicht, schrieaber, als wenn er am Spieße steckte. Richard, der cbmnach einer andern Gegend des Tisches gesehen hatte underst durch dieses Zetergeschrei den Zwist gewahr wurde,riß den Affen hinweg und zugleich dem Senator die Pe-rücke vom Kopfe. Das erboste Thier hatte sich fest darinverfangen und gab sie nicht eher frei, bis es von seinemHerrn tüchtige Schläge bekam.

Die zerstörte Perücke ward auf Richards Befehl durcheinen seiner Bedienten, der ein geschickter Haarkünstler war,wieder in den vorigen Stand gesetzt. Der Kahlkopf flüch-tete indessen in ein Nebenzimmer, und kam nach Verflußeiner Viertelstunde so stattlich und heiter zurück, daß sichjedermann darüber freute.

Langbein'« sämmtt. Schr. VII. Bd.

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