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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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schuldig. Ein Küchcnwagen, der während der Zeit, alssich Richard auf dem Rathhause befand, ciugetroffen war,hatte einen französischen Koch mitgebracht, der, wie esschien, recht beflissen gewesen war, den guten Michelhei-mcrn eine Menge gesottener und gebratener Räthsel undCharaden vorzulcgen.

Der Nachtisch steigerte ihre Verwunderung aufs Höchste.Wie wurden die beiden Schwestern, die kaum einen rosi-nenarmen Napf- oder Aschkuchen erwartet hatten, über-rascht und beschämt! Torten und anderes Zuckerwcrk, diefeinsten Früchte und Gefrornes, bedeckten die Tafel. Alsdie Eisgläser herum gegeben wurden, wollte sich Niemanddaran wagen. Aller Augen warteten, was der Wirth da-mit beginnen würde. Der Schalk sah, daß man auf ihn,wie ans die Bewegungen eines Flügelmanns, Achtung gab,und arglistig schob er einen hochgehäuften Theclöffel vollEis in den Mund. Augenblicklich thaten es ihm acht Händenach. Himmel! was gab's da für Gesichter! Die gutenLeute hatten geglaubt, ein zahmes Milch- oder Mandel-müßchen vor sich zu haben, und fühlten nun plötzlich einenwilden, brennenden Schmerz auf der Zunge, als hättensie eine glühende Kohle cingeschluckt. Einige fuhren ge-schwind mit der Serviette nach dem Munde und entledig-ten sich des tückischen Eisklumpcns. Andere verschlangenihn mit der Entschlossenheit eines Mannes, der Gift nimmt.Die Bedienten bissen sich die Lippen fast durch, um nichtin ein lautes Gelächter auszubrcchen. Bei dem allenstellte sich Richard blind und fort. Aber gebrannteKinder scheuen das Feuer z man ließ sich nicht weiter vonihm verführen.