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loch über der Brust zu ziehen und mit einem niedlichenSchlcifchen darin zu befestigen.
Die Suppe ward vorgelegt, aber die Gäste erlaubtensich nicht, davon zu koste». Sie erwarteten die bei ihnengewöhnliche dringende Nöthigung. Richard, der ohneZaudern aß, bemerkte das nicht eher, bis er seinen Tellergeleert hatte. Da sah er die übrigen noch alle voll, undbrachte cs endlich durch wiederholte Aufforderungen dahin,daß man zu den Löffeln griff. Das geschah mit der inMichelheim üblichen Zierlichkeit. Sic wurden hart amEnde des Stiels mit den Spitzen der drei vorder» Fingergefaßt, und der kleine Finger hob sich in die Luft, als ober indessen Wache stehen müßte. Eigentlich aber war erein Diener der Eitelkeit, ein Leuchtthürmchen der Ringe,die so im Strahl der Lichter anmuthig spielten. DieFrauen Gevatterinnen nickten sich verstohlen zu, daß dieSuppe vortrefflich sey. Dessen ungeachtet aßen sie kaumdie Hälfte ihres Antheils: denn es war Sitte bei ihnen,daß auf jedem Teller ein ansehnlicher Ucberrest von Spei-sen liegen bleiben mußte. Es sähe ja sonst aus, sagtensic, als hätte man kein Brod zu Hause.
Die Tafel wurde nach und nach mit mannigfaltigenGerichten besetzt, die meistentheils den Gästen so fremdwaren, daß sie solche weder zu nennen noch damit umzu-gehcn wußten. Von ciner Pastete aßen sie z. B. nur denunverdaulichen Mantel; die köstliche Fülle verschmähten sie.Andere Leckereien rührten sie nicht an, weil sie zweifelhaftwaren, ob sie deren Genuß mit dem Löffel oder mit derGabel bewerkstelligen sollten. Sie konnten es nicht be-greifen, wie die Wirthin des goldenen Fasses jetzt aufEinmal zu solcher Küchenwcisheit gekommen sep. Aberdie ehrliche Frau war an allen diesen Wundern ganz un-