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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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kerzen, von silbernen Armen gehalten. In der Mitte der-selben erhob sich aus einem Meere von Rosen ein Tempelvon weißem, vergoldeten Porcellan. Sechserlei Weinblinkte in Flaschen von Krystall. Alles übrige Tafelge-schirr war von gediegenem Silber.

Die Herren und Damen rissen über das alles Mundund Augen weit auf, und erstarrten immer mehr, als dieMohren, strahlend von Gold und Silber, Speisen auf-trugen, und sich dann, nebst andern nicht minder glänzen-den Bedienten, an die Thür stellten, um zur Aufwartungbei der Hand zu sepn.

Richard hatte Mühe, die ganz versteinerten Bewundererseines Reichthums zu den Stühlen zu bringen. Er bat,ohne Umstände Platz zu nehmen, weil das Rund der Ta-fel keine Beobachtung des Ranges gestatte.

Jetzt erhob der halbgcistliche Magister Gabriel seineStimme und sprach ein langes Tischgebet, worauf sichendlich die Gesellschaft mit vielen Knicksen und Bücklingenauf ihre Stühle niederließ. Der Stadtrichter machte noch,der ungünstigen Tafelgestalt zum Trotz, einen Versuch, derRangordnung ihr Recht anzuthun; aber Senator Trottel,der eben so ungern stand, als er hungerte, warf sich aufden ersten besten Stuhl und die klebrigen folgten ihm nach.Sie griffen die zierlich gebrochenen Servietten nur mit denäußersten Fingerspitzen an und wehklagten einstimmig: essep Jammer und Schade, daß man so künstliche Gebäudezerstören solle. Es mußte endlich doch geschehen. DieDamen bewunderten den feinen englischen Damast; sieversicherten, noch nie ein so zartes Gewebe gesehen zuhaben ^ und fragten nach dem Preise, den ihnen Richardleider nicht angebcn konnte. Indessen waren die Herrenbeschäftiget, die Zipfel ihrer Tellertücher durch ein Knopf-