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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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die Gelegenheit einen Dieb, und das war er, der die Gei-ßel anderer Diebe scpn sollte, der Herr Bürgermeister. Erbrachte mit möglichster Behendigkeit ein paar Semmeln aufdie Seite und verzehrte sie aus dem heimlichen Gemache,das in dergleichen Nothsällcn sein gewöhnlicher Schlupf-winkel war.

In den Häusern der übrigen Rathsglieder wurden zwarkeine Fasten gehalten, doch Herr Trottel nicht mit demgewöhnlichen Wohlbehagen, weil seine Frau und Töchterunterlassen hatten, an die zubercitctcn Speisen die letzteFeile zu legen. Sic waren mit dem Putz, den sie ans denAbend tragen wollten, so sehr beschäftiget, daß sie Pfefferund Salz, Muscate und Gewürznägelein darüber verga-ßen. Der alte Herr knurrte. Man tröstete ihn auf dieGenüsse des Abends.Ei was!" sprach er:mein Magenhält sich an die Gegenwart, und bringt ihm die Zukunftwas Gutes, so weiß er auch damit fertig zu werden."

Nach Tische flogen Eilboten hin und her, um sich überdie Zeit, wenn mau bei dem Indier zur Tafel gehen wolle,zu vereinigen. Die Mehrheit der Stimmen hielt die siebenteStunde für die schicklichste. Der hungrige Bürgermeisterwar der Erste, der diesen frühen Termin in Vorschlagbrachte. Damals ging das allenfalls noch an; doch heuti-ges Tages hätten sie wahrscheinlich den Herrn, .bei dem siezu Abend speisen wollten, um sieben Uhr noch bei der Mit-tagstafel gefunden.

Es ward auch beliebt, daß man sich im Hause des Bür-germeisters versammeln und von dort aus einen feierlichenZug in den Gasthof anstellen wolle. Die Herren und Da-men fanden sich abgeredeter Maßen ein. Schlag sieben Uhrreichte der Herr Stadtrichter der Frau Bürgermeisterin denArm und der Herr Bürgermeister der Frau Senatorin.Trot-