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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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.,Lt eaeter»!- fiel der Magister geschwind ein, weil ernicht erwähnt haben wollte, daß er auch in der Kirche mitdem Klingelbeutel herum ging, und deßhalb den Titel Klin-gelherr führte.

Ans diesen wenigen Personen," fuhr der Bürgermeisterfort,besteht dermalen unser Collegium. Einen werthenAmtsbruder, den Herrn Proconsul Silberling, der zu-gleich das Brandschaden-Verficherungs-Wesen, nebst derFleisch-, Trank-und Mahlgroschcn-Steuer, unter sich hatte,trugen wir heute vor vierzehn Tagen mit Thränen zuGrabe. Außer uns gehört aber noch ein Protokollführerzur Rathsstube. Das ist pro tempore der Herr Stadtsccre-tarius Kreisel, dem wir, wegen seiner Meriten, diesenwohlklingenden Titel beigclegt haben: denn seine Vorfahrenhießen nur Stadtschrcibcr. Er ist ein hochgelehrter Mann,und daher unser Archivarius, auch Oberaufseher und Cen-sor der hiesigen öffentlichen Leihbibliothek, die erst vor we-nigen Jahren errichtet wurde, aber bereits zu dreihundertBänden angewachsen ist. Ich bedauere, daß er sich ebenheute auf einer ländlichen Hochzeit befindet: Sie hättensonst ein nettes Männchen kennen gelernt, das unsererStadt in der That viel Ehre macht. Herr Kreisel hat,nicht nur als Jurist Haare auf den Zähnen, sondern istauch ein galanter Poet, und verdient, so viel meine pro-saische Wenigkeit beurtheilcn kann, vollkommen den Lor-beerkranz, womit er im vorigen Jahre von der Universi-tät ** feierlich zum Dichter gekrönt wurde. Er hat einenausgcbrcitetcn Ruf. Es werden oft aus einer Ferne vonzehn bis fünfzehn Meilen Gelegenheitsgedichte von ihmverschrieben, und Stück für Stück mit einem Reichsthalerhonvrirt. Ja, es sind einige Mal sogar, wie der Herr

Langbein's sämmts. Schr. VII. Bd. 2