Stadtrichter, als Postverwaltcr, bemerkt hat, Ducateneingegangen. Wir selbst haben ihm, um uns als Gönnerund Beschützer der Musen zu zeigen, für seine nomine8enatu« gefertigte Trauerodc auf den betrübten Todesfalldes seligen Proconsuls einen vollwichtigen Holländer ausder Stadt-Kämmerei zufließen lassen. Es war aber auch«in göttliches Gedicht! Es enthielt vom Anfang bis ansEnde ein sinnreiches Spiel mit dem Worte Silber. Ichwill Ihnen zur Probe einige Strophen, die mir noch imGedächtnisse haften, mittheilen.
O Silberling, du Greis mit S i l b e r haare»,
Weh uns, daß scheu dein Weg gen Himmel geht!
Du galtst uns »lehr als all' die Geld-und Silberbarren,Woraus des kvloguls Schah besteht.
Für dreißig Silberlinge war vor ZeitenJudas bereit und willig zum Verrath:
Doch Silber konnte dich zur Untreu nicht verleiten.
So wenig als das Gold c§ thar.
Dein Herz war eine reiche Silber grübeBollhaltiger, gediegner Redlichkeit;
An deren Statt uns ach! so mancher böse BubeDer Falschheit Katzen sil der beut.
So geht's noch in zwanzig Strophen fort, und Sicwerden mir einräumen, daß cs ein Meisterstück ist."
»Ich glaube das Ihnen anf's Wort!" sagte Richard:„denn ich selbst verstehe nichts von der Poesie."
„Sie scherzen!" rief der Bürgermeister. „Ucber eineHand voll Verse kann wohl Jeder urtheilen, und es ur-iheilt auch Jeder. — Ich für meine Person finde jenesGedicht vortrefflich. Der einzige Reim Haaren und Bar-ren wird hin und wieder gemäkclt, und man hört oft bei