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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Sein Vorschlag fand Beifall, aber es haperte mit derAusführung. Vergebens lauerte man, daß Jemand ausdem Gasthofe heraus kommen sollte, den man herauf ru-fen und ausfragen könnte. Es schien, als wären schonalle Menschen darin erwürgt und verschlungen. Endlichward beschlossen, den Nathsdiencr Packer auf Kundschafthinüber zu senden. Als man ihn aber abfertigen, wollte,gebcrdetc sich der Mann sehr übel und sagte:Hoch-weise Herren, ich bin Ihnen zwanzig Jahre lang in allenDingen gehorsam gewesen, doch jetzt muß ich unterthänigbitten, mich mit diesem gefährlichen Aufträge zu verscho-nen. Ich habe, wie Dieselben wissen, eine Frau und sechslebendige Kinder. Wer sollte diesen armen Leutchen Brodschaffen, wenn ihr Versorger von den Wilden gefressenwürde?"

Der Fall ist nicht wahrscheinlich;" versetzte der Bürger-meister.Sollte es sich aber nach Gottes Willen dennochereignen, so versprechen und geloben wir Ihm hiermit,die Wittwe und die Waisen aus den Einkünften der Käm-merei nothdürstig zu ernähren."

Gehorsamer Diener!" rief Packer.Der Herr Bür-germeister denken und sprechen wie'alle große Herren! Füreine Hand voll Geld soll ein armer Mensch Blut und Le-ben opfern. Ei gehorsamer Diener! Ich gehe nicht vonder Stelle."

Zürnend drohte der Bürgermeister mit Absetzung. DerRathsdiener erschrack, lief in den Vorsaal, griff in der Ver-zweiflung nach seinem Hute, legte ihn wieder hin, blicktenach dem goldenen Fasse hinüber und ward dort leiderkeine beruhigende Veränderung gewahr. Die baumlangenMohren standen noch immer wie Granitsäulen an ihrerStelle und drehten die funkelnden Augen nach allen Sei-