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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Der Reiter flog in gestrecktem Galopp auf den Gasthofzu. Dem Hausknecht graute vor solchen Gästen; er wolltegeschwind die Thorflügel zuwerfen, ergriff aber unverrich-teter Sache die Flucht: denn der Teufel zu Pferde kam ihmschon auf den Hals, und jagte ohne Anfrage, ob man mitihm etwas zu schaffen haben wolle, ins Haus hinein. DieKutsche rasselte nach, und kaum hielt sie im Hofe, so spran-gen die beiden Schwarzen vom Bock und stellten sich mitblank gezogenen Schwertern am Thor auf die Wache.

Die Väter der Stadt waren eben auf dem Rathhause,welches dem Gasthofe, das goldene Faß genannt, ge-rade gegenüber liegt. Sie wurden durch das ungewöhn-liche Roß - und Wagengctümmel in ihren Berathschlagun-gen gestört, eilten an die Fenster und staunten. Dochhatten sie vor einem großen Thcile ihrer Mitbürger soviel an Verstand voraus, daß sic die angekommenen Schwar-zen nicht für Höllengeister ansahen. Der Bürgermeister,Herr Felde«, der viel Reisebeschreibungcn gelesen hatte,versicherte tröstlich, cs wären Mohren, setzte aber miteiner bedenklichen Miene hinzu: er könne nicht dafür ste-hen, ob sie nicht zu den Cannibalen oder Menschenfresserngehörten, von welchen er in seinen Büchern die schrecklich-sten Nachrichten gefunden habe.

Das war denn doch seinen Herren Amtsbrüdern nichtangenehm zu hören. Besonders entsetzte sich der SenatorTrottel, der dickste Mann der Stadt. Er dachte, wenndie reißenden Wölfe anfingen auf Rau- auszugehcn, sowürden sie vor allen andern ihn als den fettesten Bissenverzehren. In dieser Angst trug er darauf an: sofortüber die Fremdlinge und den Zweck ihrer Ankunft genaueErkundigung einznziehen, und dann die nöthigen Maß-regeln zu nehmen.