358 Anthropologie. 1. SEßeil. Antßropol. Sibaftif.
freuen; aber auch 11101 ) 1 , jict) biefe greube ju oerweifen. @>en ^gefchießt im ©emütße eines AbjunctS, ber einem non ihm öereljrtenSSorgänger mit ungcßeucßclter 5£raurigfeit im ßeichenbegängniffe fofgf.
2) Ser©egenßanb?ann unangenehm fein; aber ber ©eßmerjüber ißn gefallt. Saßer ber AuSbrucf füßer ©eßmerj, j, sg_einer fon(t woßlßabenb l;interlaffcnen SBittwe, bie fteß nicht will troffenlaffen; welches oft ungebührlicher SBeife für Affectation auSgelegtwirb.
Sagegen bann baS SSergnügen überbieS noch gefallen, nämlichbaburch, baß ber fDtcnfcß an folchcn ©egenßänben, mit benen fic|ju befchdftigcn ihm Ehre macht, ein Vergnügen ftnbet: j. S3. bieUnterhaltung mit feßönen Äünflen, flatt beS blofen ©innengenup,unb baju noch baS SBoßlgefallcn baran, baß er als ein feiner 3R<inneines folchen SSergnügcnS fähig iß. — Eben fo bann ber ©djinerjeines Stfenfcßen obenein ihm noch mißfallen. Seber §aß eines 55e=leibigten iß ©eßmerj; aber ber SBoßlbenfenbe bann boch nicht m:hin, eS ftch ju Perweifen, baß, felbß nach ber ©enugthuung, er nochimmer einen ©roll gegen ihn übrig behält.
§. 63.
SSergnügen, waS man felbß (gefeßmäßig) erwirbt, wirboerboppclt gefühlt; einmal als ©ewinn, unb bann noch obeneinals SSerbicnß, ("bie innere 3utccßnung, felbß Urheber beßelben jufein.) — Erarbeitetes ©elb oergnügt, wenigßcnS bauerhafter,als im ©lüdsfpiel gewonnenes, unb wenn man auch über baS21U* j
gemeinfchäbliche ber Lotterie megfteßt, fo liegt boch tm ©ewinn j
bureß bie|elbe etwas, beßen fidf) ein wol)lbenbenber SJtenfcß feßamenmuß. — Ein Uebel, woran eine frembe Urfacße feßulb iß, feßmerjt;aber woran man felbß feßulb iß, betrübt unb fcßlägt nieber. !
SBie iß eS aber ju erklären ober gu bereinigen: baß bei einem 1Uebel, waS Semanben oon Anberen wiberfäßrt, zweierlei ©praeßegefüßrt wirb? — ©o fagt j. SS. Einer ber fieibenben: „icß wollte ^
mieß jufricben geben, wenn icß nur bie minbeße ©cßulb baran hätte;"
ein Sweitcr aber: „c8 iß mein Stoß, baß icß baran gang unfcßulbig