253 Äritif bec praftifd>en SBcrnunft. I. SEI;- II. 33. II. Jpptjl.
SOBillen baju ju gelangen hoffen fönnen. 2(ucb I;ier bleibt bal)cr3MeS uneigennützig unb bloS auf Pflicht gegrünbet; ohne baß gurchtübet Hoffnung als SEriebfebcrn jum ©runbe gelegt werben bürften,bie, wenn fte ju Principien werben, ben ganjen'moralifchcn Sßertl)ber £anblungen öernichten. ©aS moralifdje ©efefc gebietet, ba§höchße mögliche ®ut in einer SBelt mir jum lebten ©egenßantealles SBerhaltcnS ju machen. ©iefeS aber fann ich nidjt ju bewirtenhoffen, als nur bureb bie Uebereinßimmung meines SSillcnS mitbem eine» heilige unb gütigen 2Belturl)eberS, unb obgleich in bem23egriffe beS l)öd;>ßen ©utS, als bem eines ©anjen, worin biegrößte ©tücffeligfcil mit bem größten Pfaaße fittlidjer (in ©efchöpfenmöglid;cr) S3oIlfommenbeit als in ber genaueren Proportion Der:bunben oorgeßcllt wirb, meine eigene ©ludfeligfeit mit ent=halten iß; fo iß boeb nid)t fte, fonbern baS moralifebe ©efefe,(welches vielmehr mein unbegrenjteS 83erlangen barnacb auf S3c--bingungen ftrenge einfehrdnft,) ber fficßimmungSgrunb bcS SBillenS,ber jur 33eförbertmg beS böcbßcn ©utS angewiefen wirb.
©aber iß auch bie Pforal nicht eigentlich bie Sehre, wie mirunS glüeflieb machen, fonbern wie wir ber ©lücf'fcligfeit würbigwerben follen. S^ur benn, wenn Religion baju fommt, tritt auchbie ^oßnung ein, ber ©lücffeligfeit bereinß in bem Ptaaße tljeil:haftig ju werben, als wir barauf hebacht gewefen, ihrer nicht umwürbig ju fein.
SSÖürbig iß Semanb beS 33eftheS einer Sache ober eines 3mßanbcS, wenn, baß er in biefem 33eftfze fei, mit bem l;öd)ßen ©utcjufammenftimmt. Ptan fann jeljt leicht einfehen, baß alle 3Bür=bigfeit auf baS fittliche Verhalten anfomme, weil biefeS im 33egrißcbeS t)öd;ßcn ©utS bie 23ebingung beS Uehrigen, (waS junt 3ußanbcgehört,) nämlich beS 2(ntheilS an ©lücffeligfeit auSmad;t. 9hmfolgt hi««u§: baß man bie 50? oral an ftd; niemals als ©lüif-feligfeitSlehre heßanbeln muffe b. i. als eine 2lnwcifung, ber©lücffeligfeit tßeilhaftig ju werben; benn fte I;at eS lebiglich mit berSScrnunftbcbingttng (conditio sine qua non) ber letzteren, nicht miteinem ©rwcrbmittcl berfelben ju thun. Sßenn fie aber, (bie bioS