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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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oder drei Hagestolzen seßhaft, und diese hatten sich in derNacht vorher aus dem Staube gemacht. Der unglücklicheKammerherr war also in der ganzen hier zusammengeström-tcn Volksmaffe der Einzige, dem das Herz wie ein Ham-mer schlug.

Der Graf winkte, daß die Feierlichkeit anfangen sollte.Es erschallten Trompeten, und ein Herold rief aus:

Demnach Jhro Erlaucht, der regierende Neichs-graf von Dohlenburg, in der landesvätcrlichen Ab-sicht, die Bevölkerung des Reichs zu vermehren, inGnaden beschlossen haben, die in hiesiger Haupt-und Ncsivenzstadt wohnenden Verächter des Ehestan-des, Hagestolzen genannt, nach dem alten, rühm-lichen Beispiele der Lacedämonicr, vor Gericht zufordern und das Strafamt gegen sie den ehrsamenFrauen und Jungfrauen zu übertragen; als werdenhiermit sämmtliche Hagestolzen dieses Orts, so langegegenwärtige Gerichtssitzung dauert, für vogelfreierklärt."

Dem Kammerhcrrn schlotterten bei dieser Proklamationdie Kniee, und er schielte furchtsam über die Achsel, obsich etwa die Frau Bürgermeisterin (die auf dem rechtenFlügel des Halbmondes an der äußersten Spitze stand) zueinem Signalstrciche gegen ihn rüste. Aber indem er da-hin blickte und die fromme Miene des runden Weibleinsihn ziemlich beruhigte, stürzte von der andern Seite Ve-ronika mit zornigen Feneraugen und schlagfertig erhobenerHand auf den Gerichtsplatz.Sieh da, Herr von Dampf!"schrie sie, und ihm war in diesem Augenblicke nicht an-ders, als bräche das Gewölbe des Himmels über ihm ein.Er warf sich vor Angst auf beide Kniee und flehte miteinem Jammergcsichte, das Zärtlichkeit ausdrücken sollte,