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um Schonung. „Gnade, Gnade, holde Veronika!" riefer: „Ich bin auf der Stelle bereit, mit Ihnen zum Altarzu gehen!" —
Sie goß ihm eine Fluth von Vorwürfen über den Kopf;ihre rechte Hand schwebte drohend über ihm; und werweiß, was geschehen wäre, wen» nicht der Graf, der eineWeile mit ruhigem Lächeln auf den Büßenden im Staubehcrabsah, noch endlich geruht hätte, ein versöhnendes Wortfallen zu lassen und sich für die unverzügliche Haltung deserneuten Ehcgelübdes selbst zu verbürgen. Veronika nahmdiese hohe Vermittelung ohne langes Bedenken an. DerLandrath war unzufrieden, daß es keine Ohrfeigen setzte.Er zupfte das Fräulein von hinten am Kleide, um sievon der Begnadigung des Sünders abzumahnen; sie hobihn aber dennoch von der Erde auf und ließ ihn zumHandkuß.
Der gutmüthigc Graf freute sich über den friedlichenAusgang dieser Geschichte, ungeachtet die künftigen Ehe-gatten in Ansehung ihrer Jahre wenig Hoffnung gaben,Mehrer des Reichs zu werden. Da übrigens weiterkeine Hagestolzen zu vcrurtheilcn waren, so ging das Ge-richt.auseinander.
Schlangenkrons Absicht, dem Kammcrhcrrn wehe zu thnn,mißglückte ganz und schlug im Gegenthcil zum Vortheildesselben aus. Er ward drei Monate nach seiner Ver-mählung — Wittwer, und that dadurch eine beträchtlicheErbschaft. Als nun im folgenden Jahre das Hagcstolzen-gericht wieder gehalten wurde, saß er ruhig dabei undwar sicher vor Schlägen, die sein Feind nach wie vor zuHause bekam.