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Geschichten aus der Hauschronik des Landraths erzählte,der unter dem Pantoffel einer bösen Frau stand, und bis-weilen von ihr behandelt wurde, wie die Hagestolzen zuLacedämon von ihren Mitbürgerinnen. Der Graf zogihn scherzend damit auf, und er knirschte vor Wuih gegenden Klatscher, den er bald errieth, und nun auf gleiche Artbestraft zu sehen wünschte. Sein Nachplan ging noch wei-ter. Er wollte sogar den Kammerherrn, den er um seineUnabhängigkeit von weiblicher Herrschaft und Tyranneibeneidete, unter dich eiserne Joch bringen; und hierzu warWirklich Hoffnung vorhanden.
Herr von Dampf befand sich erst ein Jahr und wenigeMonate am gräflichen Hofe. Als er schon über den Jo-hannistag seines Lebens hinaus dahin kam, lebte er An-fangs mit dem Landrath in gutem Vernehmen, und hatteeinst bei einer Flasche Wein die unglückliche Offenher-zigkeit, ihm mancherlei Fata seiner zuvor in verschiedenenLändern geführten irrenden Ritterschaft zu entdecken. Unterandern beichtete er lachend: er habe in einer gewissenStadt, die er nannte, eine ziemlich bejahrte, aber sehrreiche Braut im Stiche gelassen, und sey bei Nacht undNebel geflüchtet, um von ihr loszukommcn, weil ihn ihreunverträgliche Gemüthsart mit einer Holle auf Erden be-droht habe. Er trieb seine unkluge Aufrichtigkeit so weit,den Namen dieser Person — es war ein Fräulein Vero-nika von Drachenfels — zu nennen, und schloß sein Ge-schichtchen mit dem Ausruf: „Wehe mir, wenn sie meinenAufenthalt wüßte! Ich hätte sie wie ein Donnerwetter aufdem Halse!" —
Der Landrath hatte die schöne Gewohnheit, alle er-lauschte geheime Anekdoten, die jeder ihm bekannten Per-son nicht zur Ehre gereichten, sorgfältig aufzuzeichnen, um