-<>D 316
„Hm! hm! — Doch weiter! Ich verstehe Sic nochnicht ganz." —
„Knrz und rund, mein Plan ist der: wir spielen eineArt von Komödie. Sie legen sich zu Bett, stellen sichganz erbärmlich matt und krank, und machen vor demNotar und den Zeugen, die ich sogleich will rufen lassen,in Wüsthofs Namen ein Testament, wie er mir's dic-tirtc." —
Empört sprang Erich auf. „Herr! wie können Sie sicherfrechen, mich zu einem solchen Schurkenstreich aufzufor-dern? — Haben Sie mich nur deßhalb durch Lug undTrug dreißig Meilen weit gelockt, damit ich Sie durchein Bubenstück, das den Galgen verdiente, bereichernsoll? — Bei Gott! Sie wären es Werth, daß ich Ihre»schändlichen Entwurf sofort dem Kriminalgericht anzcigtc!"
„Bester Mann, fassen Sie sich!" bat Herr von Katz.„Sehen Sie die Sache aus dem rechten Gesichtspunkte an!Wüsthof — das betheur' ich Ihnen bei Gott und allenHeiligen! — Wüsthof starb mit dem Willen, den er vonmir nicderschreiben ließ, und also ist ja mein Vorschlagnichts als ein unschuldiges Nothmittel, uns in den Besitzdessen zu setzen, was er uns zutheiltc." —
„Aber zum Teufel! warum wollten Sic denn gerademich zu Ihrem Mitschuldigen machen? Warum erkauftenSie nicht hier den ersten besten Spitzbuben zu dieserRolle?" -
„O, liebes Männchen, begreifen Sie doch, daß keinanderer Mensch als Sie — wegen Ihrer frappantenAehnlichkeit" —
„Was Aehnlichkeit! Wozu war diese so dringend nö-thig? Kennen denn alle Notare in Wien alle Spitzbubenvon Angesicht zu Angesicht?" —