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4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
Entstehung
Seite
248
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nicht stärker als ein warmer Seufzer der Liebe, hauchet vorunfern Wangen vorbei unter die rauchenden Kornblüten undtreibt Samen-Staubwolken auf, und ein Lüftchen umS andregaukelt und spielt mit den fliegenden Ernten der Länder,aber eS legt sie uns hin, wenn es gespielt hat-O Ge-

liebter, wenn alles Liebe ist, alles Harmonie, alles liebendnnd geliebt, alle Fluren Ein berauschender Blütenkclch, dannstreckt wol auch im Menschen der hohe Geist die Arme ausund will mit ihnen einen Geist umschlingen, und dann,wenn er die Arme nur an Schatten zusammcnlcgt, dannwird er sehr traurig vor unendlicher, vor unaussprechlicherSehnsucht nach Liebe."

Emanuel, ich bin auch traurig," sagte mein Julius.

Siche, die Sonne zieht hinab, die Erde hüllet sich zu laß mich alles noch sehen und cs dir sagen .... Jetzofliehet eine weiße Taube, wie eine große Schneeflocke, blen-dend über das tiefe Blau . . . Jetzo zieht sie um den Gold-sunkcn des Gcwittcrableiterö herum, gleichsam um einen imTaghimmcl aufgchangenen glimmenden Stern o sie wo-get und woget, und sinkt und verschwindet in den hohenBlumen des Gottesackers .... Julius, fühltest du nichts,da ich sprach? Ach die weiße Taube war vielleicht deinEngel, und darum zerfloß heute vor seiner Nähe dein Herz Die Taube fliegt nicht auf, aber Thau-Wolken, wie ab-gerissene Stücke aus Sommernächten, mit einem Silberrand,ziehen über den Gottesacker und überfärben die blühendenGräber mit Schatten .... Jetzo schwimmt ein solcher vomHimmel fallender Schatten auf uns her und übcrspült un-sern Berg Rinne, rinne, flüchtige Nacht, Bild desLebens, und verdecke mir die fallende Sonne nicht lange!....