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„Unser Wölkchen geht in die Sonnenflammen.... o du„holde, so sanft hinter dem Erdcnnfcr zurückblickende Sonne,„du Mutterauge der Welt, dein Abendlicht vergießest du sa„so warm und langsam wie rinnendes Blut aus dir, und„erblassest sinkend, aber die Erde, in Fruchtschnüren und Blu-„menbändern aufgchangen und an dich gelegt, röthet sich neu-geschaffen und vor schwellender Kraft .... Höre, Julius,„jetzo tönen die Gärten — die Luft summet — die Vögel„durchkreuzen sich rufend — der Sturmwind hebt den großen„Flügel auf und schlägt an die Wälder; höre, sie geben das„Zeichen, daß unsre gute Sonne geschieden ist. ... .
„O Julius, Julius! (sagt' ich und umfaßte seine Brust)„die Erde ist groß — aber das Herz, das auf ihr ruht, ist„noch größer als die Erde, und größer als die Sonne . . .„Denn eS allein denkt den größten Gedanken."
Plötzlich ging es vom Sterbebette der Sonne kühl wieaus einem Grabe daher. Das hohe Luftmeer wankte, undein breiter Strom, in dessen Bette Wälder niedergebogenlagen, brauste durch den Himmel die Laufbahn der Sonnezurück. Die Altäre der Natur, die Berge, waren wie beieiner großen Trauer schwarz überhüllt. Der Mensch warvom Nebelgewölke auf die Erde eingcspcrrt und geschiedenvom Himmel. Am Fuße des Gewölbes leckten durchsichtigeBlitze, und der Donner schlug dreimal an das schwarze Ge-wölbe. Aber der Sturm richtete sich auf und riß cs aus-einander; er trieb die fliegenden Trümmer des zerbrochenenGefängnisses durch daS Blau, und warf die zerstücktenDampfmaffen unter den Himmel hinab — und noch langebraust' er allein über die offne Erde fort, durch die lichtegereinigte Ebene . . . Aber über ihm, hinter dem weggeris-