„Gedanken; ater ich wollte nur dich anrühren: denn der En-„gcl ist ja auö der Erde gegangen, und ich sehne mich recht„nach seiner Stimme. In mir wallen Traumgestalten in„einander, aber sie haben keine so Hellen Farben wie im„Schlafe — holde lächelnde Angesichter blicken mich an, und„kommen mit aufgebreitctcn Schattenarmen auf mich, und win-„ken meiner Seele und zerfließen, eh' ich sic an mein Herz„«»drücke — Mein Emanuel, ist denn dein Angesicht nicht„mit unter meinen Schattcngestalteü?" Hier schloß er seinnasses Angesicht glühend an meines, das ihm abgcschattet vor-zuschweben schien; eine Wolke sprengte das Weihwasser desHimmels über unsre Umarmung, und ich sagte: „wir sind„heute so weich bloö durch das, was uns umringt und waö„ich jetzt sehe." — Er antwortete: „o sage mir es, was du„sichest, und höre nicht auf, bis die Sonne hinabgegangcn„ist."
Mein Herz schwamm in Liebe und zitterte in Entzückenunter meiner Rede: „Geliebter, die Erde ist heute so schön,„das macht ja den Menschen weicher — der Himmel ruht„küssend und liebend an der Erde, wie ein Vater an der„Mutter, und ihre Kinder, die Blumen und die schlagenden„Herzen, fallen in die Umarmung ein und schmiegen sich an„die Mutter. — Der Zweig hebt leise seinen Sänger auf„und nieder, die Blume wiegt ihre Biene, das Blatt seine„Mücke und seinen Honigtropsen — den offnen Blumenkelchen„hängen die warmen Thräncn, in die sich die Wolken zer-teilen, gleichsam in den Augen, und meine Blumenbeete„tragen den aufgebauten Regenbogen und sinken nicht — Die„Wälder liegen saugend am Himmel, und trunken von Wol-len stehen alle Gipfel in stiller Wollust fest — Ein Zephyr,