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4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
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Ich habe, mein Sohn, mit meinem Blut an Dich ge-schrieben. Julius denkt jetzo Gott. Der Lenz glühtunter dem Schnee und richtet sich bald auf aus dem Grünenund blüht bis an die Wolken. Meine Tochter (Klotilde)führt den Frühling an der Hand und kömmt zu mirSie nehme meinen Sohn in die andre Hand und lege ihnan meine Brust, worin ein zerlaufender Athem ist und einewiges Herz . . . O wie tönen die Abendglocken des Lebensso melodisch um mich! Ja wenn Du und Deine Klo-tilde und unser Julius, wenn wir alle, die wir uns lieben,beisammen stehen; wenn ich Eure Stimmen höre: so werd'ich gen Himmel blicken und sagen: die Abendglocken dcöLebens umtönen mich zu wehmüthig, ich werde vor Ent-zückung noch früher sterben, als vor dem längsten Tage, undche mir mein verewigter Vater erschienen ist.

Emanuel."

Lieber Emanuel, das wirst du leider! Der Freuden-Himmel dringt an deinen Mund, und unter Wehen, unterTönen, unter Küssen saugt er dir den flackernden Athem aus;denn der Erdenleib, der nur grasen, nicht pflücken will,verdauet nur niedrige Freuden, und erkaltet unter demStral einer hohern Sonne!-

Mit Rührung zieh' ich von Viktors entzwei gedrücktemunkenntlichen Angesicht den Schleier weg, der seine Schmer-zen bedeckt. Laß dich anschauen, trostloser Mensch, der einemFrühling entgegen geht, wo sein Herz alles verlieren soll:Emanuel durch den Tod, Klotilde durch Liebe, Flamin durch