236
„Schauspieler mit der Urne seines Kindes gemacht, ich„dachte mich an die Stelle meiner Giulia in ihrer letzten„Minute, aber ein wenig zu glücklich."
Er wollte eben medizinische Hirtenbriefe gegen diesezernagende Schwärmerei abfassen — so sehr übersetzt eineunglückliche Liebe jedes weibliche Herz aus dem majoi-s Tonin den Ton, sogar einer Klotildc ihres, deren Stirn
männlich und deren Kinn sich fast mehr zum Muth als zurSchönheit erhob — als ganz andere Hirtenbriefe kamen.Die Botenmeisterin derselben war Viktors glücklichereFreundin — Agathe. Lache wieder Leben, du Unbefangene,in zwei Herzen, auf welche der Tod seine fliegenden Wol-ken-Schattcn geworfen! Sie siel vertraut in zwei freund-schaftliche Arme; aber gegen ihren Bruder Doktor, der solange statt des ganzen Rumpfs nur seine Hand, d. h. seineBriefe, nach St. Lüne hatte gehen lassen, war sie noch scheu.Ich kann aber seinen Fehler, aus einem Hause, das er einVierteljahr aus Gründen gemieden, nachher noch ein zwei-tes ohne Gründe wegzubleibcn, ich kann diesen Fehler nichtganz verdammen, weil ich ihn— selber habe.— Sie konntesich nicht satt an ihm sehen; ihr blühendes Landgesicht wiesihm, statt seiner jetzigen Charwochc des Grames, eine Nö-thelzeichnung seiner und ihrer dahin geflatterten Freuden-tage im Pfarrgarten. Er verhieß ihr feierlich, ihr Ostcrgastzu seyn mit ihrem Bruder, und statt der Köpfe und Fenstereinander nichts einzuschlagen, als Eier; er rastete nicht, bis erder Alte wieder war, und sie die Alte. Da sie die Langduodez-Gcschichte des Dorfes und Vatcrö den beiden nur aus Liebelächelnden Hosleutcn gar nicht als eine Ausmacherin(Epitoma-torin) oder in einer verstümmelten Ausgabe ablieferte, sondern