Matthieu setzte noch hinzu: „in der heißen bürgerlichenLiebe sei mehr Qual als Spaß; in ihr sei, wie in Dante'sGedicht von der Hölle, letzte am besten ausgearbeitet undder Himmel am schlechtesten — Je älter ein Mädchen oderein eingepökcltcr Hering sei, desto dunkler sei an beiden dasAuge, das durch die Liebe so werde — Jede Frau aus einemhöhcrn Zirkel müsse sroh sepn, daß ste von: Manne, an densie gekettet sei, nichts zu behalten brauche, als sein Bild imRing, wie Prometheus, da Jupiter einmal geschworen, ihn30000 Jahre am Kaukasus gclvthct zu lassen, während der-selben bloö ein wenig von dieser Bastille an der Hand ge-tragen in einem Fingerring." — Dann ging Matthicu eilendhinaus, welches er allemal nach witzigen Entzündungen that.Viktor liebte die bitterste ungerechteste Satire im fremdenMunde, als Kunstwerk; er verzieh alles und blieb heiter.
Joachime sagte dann scherzhaft: „wenn also keine Ma-„nier der Liebe etwas taugt, wie Sie beide bewiesen haben,„so bleibt uns nichts übrig, als zu hassen." — »Doch nicht(sagt' er); Ihr Herr Bruder hat nur kein wahres Wortgesagt. Stellen Sie sich vor, ich wäre der Armenkatcchctund verliebt — in die zweite Tochter des dbi-woe xrmiari»«bin ich'S — ihre Rolle ist die einer Hörschwester; denn diebürgerlichen Mädchen wissen nicht zu reden, wenigstens mehrin Haß, als in der Liebe — Der Armenkatcchet hat wenigbei es^i-ü, aber viel 8uiut esxrü, viel Ehrlichkeit, viel Treue,zu viel Weichherzigkeit und unendliche Liebe — der Katechetkann keine galante Jntrigue anspinncn auf einige Wochenoder Monate, noch weniger kann er die zweite Pastorstochterin die Liebe hineindisputiren, wie ein rm,ü — er schweigt,um zu hoffen, aber mit einem Herzen voll ewiger Liebe,