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seiner uneigennützigen aufopfernden Rechtschaffenheit gegensie Wundbalsam auf seine bisherigen Gewissensbisse goß.
An diese Kränklichkeit schloß sich ein Abend oder einErcigniß an, worein der Leser, glaub' ich, sich nicht findenwird. — Viktor sollte Abends Joachimen ins Schauspielabholen, und ihr Bruder mußte vorher ihn abholcn. IchHab' eS schon zweimal nicdergeschricben, daß ihm seit einigenWochen Matthicn nicht mehr so zuwider war, wie einemElcphanten eine Maus; er hatte doch eine einzige guteSeite, doch einigen moralischen Goldglimmcr an ihm aus-gegraben, nämlich die größte Anhänglichkeit an seine Schwe-ster Joachime, die allein sein ganzes, seinen Eltern zugc-schlvsseneö Herz, seine Mysterien und seine Dienste innehatte — zweitens liebte er an Matthieu, was der Ministerverdammte, den Salzgeist der Freiheit — drittens sind wiralle so, daß, wenn wir unser Herz für irgend ein weiblichesaus einer Familie eingcheizct haben, daß wir Einhcizernachher die Ofen-Wärme auf die ganze Sipp- und Magcn-schaft ausdehnen, auf Brüder, Neffen, Väter — viertenswurde Matthieu immer von seiner Schwester gelobt undentschuldigt. — Als Viktor kam zu Joachime: hatte sie Kopf-schmerzen und Putzjungfcrn bei sich — der Putz und derSchmerz nahm zu — endlich schickte sie die lebendigen Apprc-turmaschinen fort und setzte sich, sobald sie aus dem Schaumder Puder- und Schmuckkästen, der Schminklappcn und mou-clloii'8 clo Venus, der xoucleeo cl'oeleue und der Lippenpo-madcn zu einer Venus erhärtet war, da setzte sie sich niederund sagte, sie bleibe zu Hause wegen Kopfschmerzen. Viktorblieb mit da und recht gern. Wer nicht das Sparrwerkund Zellenwerk des Menschenherzenö kennt, den nimmt es
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