einmal der Deckmantel weggezogen zu seyn schien; an Per-sonen, die man einer dritten wegen zu hoch geachtet, nimmtman, wenn uns die dritte nicht mehr zwingt, durch eine grö-ßere Hcruntcrsetzung derselben Rache. Auch sagte er zu sich:„da sie ihren Bruder Flamin jetzo selten sieht: so wär'S cin-„sältig, sie einer verlegnen Minute durch die Erzählung bloß-„zustcllen, daß ich die Verwandtschaft weiß." — Armer Vik-tor! — Gleichwol war'ö ihm unmöglich, sein Herz nur mitso viel elektrischer Wärme vollzuladcu — er rieb es mitKatzenfellen, er schlug es mit Fuchsschwänzen — als dascynmußte, daß sein Puls wenigstens voll für Joachimen gegan-gen wäre, geschweige sieberhast; aber eben dieses bestimmteihn, sich gerade so zu betragen, als wären Herz und Pulsevoller: „eS wäre unedel (dacht' er), wenn es die gute Jo-achime entgelten müßte, daß ich einmal andere Hoffnungen„und Wünsche gehabt, als die bisherigen neuesten." DieseAufopferung erwärmte ihn mit eigner Achtung; diese Achtunggab ihm den männlichen Stolz, der mit seiner Liebe und sei-ner Wahl allen vier Weltthcilen trotzt; dieser Stolz gab ihmwieder Freiheit und Freude — und jetzo war er im Stande,mit Klotilden zu reden wie ein vernünftiger Mensch.
Diese ganze innere Geschichte nahm freilich einen zwölf-mal größcrn Zeitraum ein, als Muhameds Reise durch alleHimmel — fast eine gute Stunde. Ein Zufall aber warfsich zwischen alle seine Ideen. Da nämlich die Ministerineine wahre Gelehrte war — sie wußte, daß ein Paar Quarz-drusen und einige Präparate und ein ertränkter Fötus nochkeinen Gelehrten machen, sondern erst ein Lehrsaal voll Na-turalien und ein Lcsckabinct — und da der Kammcrhcrr LeBaut ein Gelehrter war — denn sein Kabinet war eben so