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im Mondenlicht, und als er die geliebten Züge seiner ver-lornen Klotilde erblickte, weinte sein ganzes Herz.
Gute Schwester!
Leb' auf immer wohl! Laß mich das zuerst sagen, weilich nicht weiß, welche Minute mir den Mund verschließt.Die Gewitter meines Lebens ziehen heim. Es wird schonkühl um meine Seele. Ich sage diesen Abschied und meinenherzlichsten Wunsch für Dein Wohlergehen meiner FreundinKlotilde in die Feder. Gib den Einschluß meinen lieben El-tern, und füge Deine Bitte an meine, mich in meinem schö-nen Maienthal zu lassen, wenn ich vorüber bin. Ich sehesetzt durch das Fenster die Rosenstaude, die neben dem Gärt-chen des Küsters aus dem Kirchhofe stehet — dort wird mireine Stelle gegeben, die wie eine Narbe bezeuget, daß ichdagewesen, und ein schwarzes Kreuz mit den sechs WeißenBuchstaben Giulia — Mehr nicht. Liebe Schwester, lass' essa nicht zu, daß sie meinen Staub in ein Erbbegräbniß sper-ren — O nein, er soll aus Maienthals Rosen flattern, dieich bisher so gern begossen — dieses Herz, wenn es sich zer-legt hat in den Blütenstaub eines neuen ewigen Herzens,spiele und schwebe im Strale des Mondes, der mir es inmeinem Leben so oft schwer und weich gemacht. Fahrest Dueinmal, liebe Schwester, bei Maienthal vorüber: so blickt biszur Straße das Kreuz durch die Rosen hindurch, und wennes Dich nicht zu traurig macht, so schaue hinüber zu mir.
Mir war jetzt einige Minuten, als holte ich in AetherAthem — in kleinen dünnen Zügen — Es wird bald ausseyn. Sag' aber meinen Gespielinnen, wenn sie nach mirfragen, ich bin gern gegangen, ob ich wvl jung war. Recht
Jca» Naul's ausgew. Werke. IV.