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4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
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wärmen:Wunden schadet Kälte" sagte er; ater der seineNarr hätte hier das Seinige dabei gedacht. Der leere Abend,die Erinnerungen an die Weihnacht-Kindcrfrcudcn, der her-unterblickendc Sternenhimmel, der alle dunkeln Wünsche desMenschen wie Blumen in der Nacht magisch beleuchtet, unddie Stille überfüllten und beklemmten seine verlassene Seele,und er drückte die einzige Hand, die ihm setzt das Menschen-geschlecht reichte. Er fragte sic geradezu über ihren Kummer.Joachime antwortete sanfter als sonst:ich wollte Sie das-selbe fragen; aber bei mir ist'S natürlich." Denn sie habe,erzählte sie, bei ihrer Zurückkehr das Gepäcke Klotildens unddie Nachricht der Ankunft, und was eben der Punkt ist die Kleider ihrer Schwester Giulia, denen Klotilde bishereine Stelle unter ihren gegeben, angetroffcn. Diese Giuliawar bekanntlich an Klotildenö Herzen verschieden, einen Tagvorher eh' diese aus Maicnthal nach St. Lüne zog.

Ein Chaos durchschoß sein Herz; aber aus dem Chaossetzte sich blos die umgesunkne Giulia zusammen dennKlotilde wich täglich in ein dunkleres Heiligthum seiner Seelezurück; ihr blasses Luna-Bild liebkosete mit Stralen ei-ner andern Welt seine wunden Nerven, und er ließ sichwillig glauben, Joachime habe ihre Gestalt. In seiner dich-terischen, den Weibern so selten verständlichen Erhebung warfdie Erblaßte den Heiligenschein, den ihr Klotilde zustralte,wieder auf ihre Schwester zurück. Joachime hatte heute wie-der den Brief gelesen, den Giulia an sic in der Todesstundedurch Klotilde schreiben lassen, und trug ihn noch bei sich.Wahrscheinlich hatte ein Herz voll vergeblicher Liebe dieschöne Schwärmerin unter die Erde gezogen. Viktor bat siemit schimmernden Augen um den Brief; er schlug ihn auf