Druckschrift 
4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
Entstehung
Seite
117
Einzelbild herunterladen
 

117

Himmels treten*), verbiete mir das Gemälde des Som-mers nicht.

O mein Sohn! ich mußte Dir ja schreiben, weilmeine Freundin Klotilde klaget, daß sie zum neuen Jahre ausder grünen Laube der Einsamkeit auf den drängenden Markt-platz des Hofes gezogen werde ihre Seele ist dunkel vonTrauer und streckt die Arme nach dem stillen Leben aus,das von ihr genommen wird. Ich weiß nicht, was ein Hofist Du wirst es wissen, und ich beschwöre dich, erlösemeine Freundin und lenke die Hand ab, die sie aus St. Lüneziehen will. Wenn Du es nicht kannst: so verlasse am Hofedie geliebte Seele nicht sei ihr einziger, heißester Freund ziehe die Biencnstacheln der Erdenstunden aus ihrem mil-den Herzen Wenn kalte Worte wie Schneestocken aufdiese Blume fallen: so schmelze sie der Hauch der Liebe zuThränen, die Du rinnen flehest Wenn über ihr Lebenein Gewitter aufsteigt: so zeig' ihr den Engel, der auf derSonne steht und über unsere Gewitter den Regenbogen derHoffnung zieht O Dich, den ich so liebe, wird meineFreundin auch so lieben, und wenn mein Freund ihr seinsanftes Herz, sein weiches Auge, seine Tugend, seine von derNatur und von dem Ewigen bewohnte Seele aufdcckt: sowird er meine Freundin vor sich glücklich werden sehen, unddas erhabne Angesicht, das vor ihm in Thränen und Lächelnund Liebe zerfließt, wird immer in seinem Herzen bleiben.

Emanuel."

* -!-

') Der Dezember begünstigt die Beobachtungen der Astronomenam meisten.