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4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
Entstehung
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Zweig das Licht des Mondes und seiner sagenden Wolkeneinlicß. Nichts rührte ihn unter einer Musik allezeit mehr,als in die laufenden Wolken zu sehen. Wenn er diese Ne-belströme in ihrer ewigen Flucht um unser Schatten-Rundbegleitete mit seinen Augen und mit den Tönen, und wenner ihnen mitgab alle seine Freuden und seine Wünsche: danndacht' er, wie in allen seinen Freuden und Leiden, an andreWolken, an eine andre Flucht, an andre Schatten, als an dieüber ihm, dann lechzete und schmachtete seine ganze Seele;aber die Saiten stillten das Lechzen, wie die kalte Bleikugelim Mund den Durst ablöscht, und die Töne lösctcn die drücken-den Thränen von der vollen Seele los.

Theurer Viktor! im Menschen ist ein großer Wunsch,der nie erfüllt wurde: er hat keinen Namen, er sucht seinenGegenstand, aber alles was du ihm nennest und alle Freudensind es nicht; allein er kömmt wieder, wenn du in einerSommernacht nach Norden siehst oder nach fernen Gebirgen,oder wenn Mondlicht auf der Erde ist, oder der Himmel ge-stirnt, oder wenn du sehr glücklich bist. Dieser große unge-heure Wunsch hebt unfern Geist empor, aber mit Schmerzen:ach! wir werden hienicden liegend in die Höhe ge-worfen gleich Fallsüchtigen. Aber diesen Wunsch, demnichts einen Namen geben kann, nennen unsre Saiten undTöne dem Menschengeiste der sehnsüchtige Geist weintdann stärker, und kann sich nicht mehr fassen, und ruft injammerndem Entzücken zwischen die Töne hinein: ja alles,was ihr nennt, das fehlet mir. . . .

Der räthselhafte Sterbliche hat auch eine namenlose un-geheure Furcht, die keinen Gegenstand hat, die bei gehörten

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