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Endlich sing Stamitz zu stimmen an, um welchen diezähe Obristkämmcrci sich gewiß nichts bekümmert hätte, weilheute keine Fremden da waren, hätte sich nicht Klotildc diesesGartcnkvnzcrt als die einzige Feier ihrer Geburtnacht erbe-ten gehabt. Stamitz und sein Orchester füllten eine erleuch-tete Laube — der adelige Hörsaäl saß in der nächsten hell-sten Nische und wünschte, cs wäre schon aus — der bürger-liche saß entfernter, und der Kaplan stocht aus Furcht vordem katarrhalischen Thau-Fußboden ein Bein ums andreüber die Schenkel — Klotilde und ihre Agathe richten inder dunkelsten Blättcrloge. Viktor schlich sich nicht eher ein,als bis ihm die Ouvertüre den Sitz und das Sitzen der Ge-sellschaft ansagte; in der fernsten Laube, in der wahren Son-nenferne nahm dieser Bartstern Platz. Die Ouvertüre be-stand aus jenem musikalischen Gekritzel und Geschnörkel —aus jener harmonischen Phraseologie — aus jenem Fcuer-werkgepraffel wider einander tönender Stellen, welches ichso erhebe, wenn es nirgends ist, als in der Ouvertüre. Da-hin paffet cs; cs ist der Staubregen, der das Herz für diegroßen Tropfen der einfacher» Töne aufweicht. Alle Empfin-dungen in der Welt bedürfen Erordien; und die Musik bah-net der Musik den Weg — oder die Thränenwege.
Stamitz stieg — nach einem dramatischen Plan, den sichnicht jeder Kapellmeister entwirft — allmälig aus den Oh-ren in das Herz, wie aus Allegro'S in Adagio's; dieser großeKomponist geht in immer cngcrn Kreisen um die Brust, inder ein Herz ist, bis er sie endlich erreicht und unter Ent-zückungen umschlingt.
Horion zitterte einsam, ohne seine Geliebten zu sehen,in einer finstern Laube, in welche ein einziger verdorrter