Druckschrift 
4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
Entstehung
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

Wonne und das aufgelöste Herz des Menschen wollte darinsterben. Klotilde sank setzt in die Gräber bis ans Herz;nur das stille Haupt lächelte noch über der Aue die Ver-gißmeinnicht ragten endlich an die untergcsunkcncn Augenvoll seliger Thränen, und überblühtcn sie Da überkrochdie Holde plötzlich ein Schlummcrhügcl, und unter dcnBlu-men stiegen ihre Worte auf: Ruhe du auch, Hvrion!Aber die ferner» Laute verwandelten sich unter dem Begra-ben in dunkle Harmonikatöne . . . Siehe, unter dem Ver-mummen ging ein großer Schatten wie Emanuel heran,und stand vor ihm wie eine kurze Nacht, und verdeckte dieunbekannte Minute aus einer höhcrn Welt. Aber als dieMinute und der Schatten zerflossen waren: da waren alleHügel niedcrgefallen Da übergüldete der Blumen-Wie-dcrschein zusammengcflossen den wallenden Himmel Daklammerten sich an die Purpurgipfel der Eisberge weißeSchmetterlinge, weiße Tauben, weiße Schwanen mit aus-gespannten Flügeln wie mit Armen an, und hinter denBergen wurden gleichsam von einer übermäßigen EntzückungBlüten emporgcworfen, und Sterne und Kränze Dastand auf dem höchsten in lichtem Glanz und Purpurlohe ru-fenden Eisberg Klotilde verherrlicht, geheiligt, überirdischentzückt, und an ihrem Herzen flatterte eine Nebelkugel, dieaus aufgelösten kleinen Thränen bestand, und auf welcheHorions blasses Bild gezeichnet war, und Klotilde breitete

die Arme auseinander."-

Aber um zu umarmen? oder um sich anfzuschwingen?oder um zu beten? ... Ach, er erwachte zu bald, undströmte in größer» Thränen, als die nebeligen waren, aus,