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4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
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Lippe, die er nicht sah, redete ihn an: dein Herz sei jetzoheilig und rein, denn der Genius der weiblichen Tugendwohnt in diesem Gefilde. Siehe, da stand Horion auseiner mit Vergißmeinnicht überzogenen Flur, auf welche derHimmel, wie ein blauer Schatten herübersank; denn alleSterne waren aus ihm genommen, nur der Abendstcrnstand einsam flimmernd oben an der Stelle der Sonne. WeißeEis-Pyramiden, gestreift mit hcrunterrinnenden Abendrö-ten, umrangen wie mit einem Wall aus Gold- und Sil-

berstufen das ganze dunkle Rund-Darin ging Klo-

tilde, erhaben wie eine Verstorbene, heiter wie ein Menschin der andern Welt, geführt bald von geflügelten Kindern,bald von einer verschleierten Nonne, bald von einem ernstenEngel, aber sie ging ewig vor Horion vorüber sie-chelte ihn selig-licbcnd an unter jedem Vorübcrzichen, abersie zog vorüber. Blumige Erhöhungen, Gräbern fastgleich, stiegen auf und nieder, denn jede wurde von einemdarunter schlummernden Busen durch Athmen geregt; eineweiße Rose stand über dem Herzen, das darunter verhülletlag, zwei rothe wuchsen über den Wangen, deren zartes Er-röthen sich in die Erde verbarg, und oben am himmlischenNachtblau wankte der weiße und rothe Wiedcrschcin der Hir-tel-Blumen gleitend in einander, so oft unten die Rosendes Herzens und der Wangen sich mit dem Hügel beweg-ten Versiegende Echo, aber von ungehörten Stimmen er-regt, gaben einander hinter den Bergen Antwort; jedesEcho hob die kleinen Schlummcrhügel höher auf, als wennsie ein tiefer Seufzer oder ein Busen voll Wonne erhöhte,und Klotilde lächelte seliger, von jedem Wiederhalle tieferin den Blumenboden versenkt In den Tönen war zu viel