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„Lippe, die er nicht sah, redete ihn an: dein Herz sei jetzo„heilig und rein, denn der Genius der weiblichen Tugend„wohnt in diesem Gefilde. — Siehe, da stand Horion aus„einer mit Vergißmeinnicht überzogenen Flur, auf welche der„Himmel, wie ein blauer Schatten herübersank; denn alle„Sterne waren aus ihm genommen, nur der Abendstcrn„stand einsam flimmernd oben an der Stelle der Sonne. Weiße„Eis-Pyramiden, gestreift mit hcrunterrinnenden Abendrö-ten, umrangen wie mit einem Wall aus Gold- und Sil-
„berstufen das ganze dunkle Rund-Darin ging Klo-
„tilde, erhaben wie eine Verstorbene, heiter wie ein Mensch„in der andern Welt, geführt bald von geflügelten Kindern,„bald von einer verschleierten Nonne, bald von einem ernsten„Engel, aber sie ging ewig vor Horion vorüber — sie lä-„chelte ihn selig-licbcnd an unter jedem Vorübcrzichen, aber„sie zog vorüber. — Blumige Erhöhungen, Gräbern fast„gleich, stiegen auf und nieder, denn jede wurde von einem„darunter schlummernden Busen durch Athmen geregt; eine„weiße Rose stand über dem Herzen, das darunter verhüllet„lag, zwei rothe wuchsen über den Wangen, deren zartes Er-„röthen sich in die Erde verbarg, und oben am himmlischen„Nachtblau wankte der weiße und rothe Wiedcrschcin der Hir-tel-Blumen gleitend in einander, so oft unten die Rosen„des Herzens und der Wangen sich mit dem Hügel beweg-ten — Versiegende Echo, aber von ungehörten Stimmen er-regt, gaben einander hinter den Bergen Antwort; jedes„Echo hob die kleinen Schlummcrhügel höher auf, als wenn„sie ein tiefer Seufzer oder ein Busen voll Wonne erhöhte,„und Klotilde lächelte seliger, von jedem Wiederhalle tiefer„in den Blumenboden versenkt — In den Tönen war zu viel