v. Selbitz. Noch schlimmer werden; denn an Besse-, rung ist bei dir nicht zn denken.
Lieutenant. O Vater, Sie sagen viel.
v. Selbitz. Aber wahrlich! nicht zn viel. Hab' ichnicht alle Wege, worauf jemals ein junger Wildfaug ge-bessert wurde, mit dir eiugcschlagcn? Ich habe dich strengund gut behandelt; aber alles umsonst. Was für einMittel soll ich nun noch versuchen?
Lieutenant (bittend). Verzeihung.
v. Selbitz. Die war schon oft bei dir fruchtlos. Esist keine Hoffnung mehr, dich zu einem vernünftigen Men-schen zu machen, ich müßte dir denn, wie jenem Tauge-nichts in der Fabel, eine böse Frau geben.
Lieutenant (freudig). Eine Frau?
v. Selbitz. Ja; aber eine böse Sieben, einen wahrenTeufel —
Lieutenant. Nein, Vater, so ein Drache fingenichts mit mir an. Wenn aber ein sanfter weiblicherEngel —
v. Selbitz. Ha! der wird auch dich, du wilder Teu-fel, nehmen.
Lieutenant. Ja, Vater, ja. (Er führt Lottchen, dieihr Gcncht bedeckt, zu seine», Vater.) Ist dieß Mädchen nichtein Engel?
v. Selbitz (zornig). Was soll das?
Lieutenant. Sie verstehen mich. Ich liebe das Mäd-chen und werd' es ewig lieben. Geben Sie Ihre Ein-willigung —
v. Selbitz (geht mit finsterer Miene stark auf und ab).
Walther. O Lotte, Lotte, was hast du gethan?
Pachterin. Ich stehe wie verstcint. Hast du rennkeinen Verstand, an eine so vornehme Heirath zu denken?