-o-§> 463
Lieutenant (zu Lottchens Eltern). Zürnt nicht aufEure unschuldige Tochter! (Zu seinem Batcr). Machen Siemich glücklich! Es kostet Sie ja nur ein Wort.
v. Selbitz. Freilich nur ein Wort, das gute, mitdir, Tollkopf, verbundene Mädchen unglücklich zu machen.
Lieutenant. O wenn das je meine Lotte durch michwird, so sep mir die Welt eine Hölle!
v. Selbitz. Larifari!
Lieutenant. Ich will ganz für fie leben, ein Blickvon ihr soll mich, mächtiger als Drohung und Strafe,von Ausschweifungen abhalten.
v. Selbitz. Ja, wenn das wäre. — Lottchen, siehmich an! Traust du dir die Zauberkraft zu, einen Wild-fang zum gesetzten Mann umzuschaffcn?
Lottchen (verlegen zur Erde sehend). Gnädiger Herr —ich — denke —
v. Selbitz. Nun so geh, kleine Here, und versuchedein Glück ! (Er stößt sie sonst ln des Lieutenants Arme.)
Lieutenant (außer stch vor Freude). O Lottchen! BesterVater! Tausend Dank! (Er und Lvttchen wollen de»! Herr»von Selbitz zu Füßen fallen.)
v. Selbitz. Nicht doch, nicht doch! Gott segn' Euch!
Lottchen. Ich kann nicht Worte finden, gnädigerHerr —
v. Selbitz. Sprich, Vater! und gib mir einen Kuß!(Er küßt sie.)
Walther. Ich bin alt worden, aber solche Freudedacht' ich nicht zu erleben. Lebt glücklich, meine Kinder!
Pachterin. Glücklich bis ins spätste Alter!
v. Selbitz. Da" (indem er dem Lieutenant den Beutel mitzweitamend Thalern gibt.) Nimm das zum Hochzeitgeschenk!
Lieutenant (küßt ihm die Hand).