Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
446
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Lottchen. Lieber Karl!

Lieutenant. Bestes Lottchen! Liebst du mich auchnoch so?

Lottchen. Können Sie zweifeln?

Lieutenant (sie »wurmend,. Nichts soll »ns trennen.

Lottchen. Das gebe Gott! Nun sagen Sie miraber, warum sic eigentlich hier sind?

Lieutenant. Aus doppelter Ursache. Erstlich, dei-nen Aeltern meines Vaters Tod weiß zu machen unddie Pachtgelder zu heben.

Lottchen. Ei, ei, ei! wenn die zweite nicht besser ist.

Lieutenant. Das ist keine andere, als dich zu ent-führe».

Lottchen (erstaunt,. Mich entführen? Sie scher-zen und wollen mich darüber aufzichcn, daß ich manchmalRomane lese.

Lieutenant. Nein, nein, cs ist mein völliger Ernst.

Lottchen. Das kann ich nicht glauben. Wir lebenja in keiner Romanenwclt.

Lieutenant. Haben aber Väter, so hart, so starr-sinnig, als man sic kaum in Romanen findet.

Lottchen. Meinem guten Vater kann ich das nichtnachsagen.

Lieutenant. Ich aber dem meinigen. Wie oft Hab'ich schon deinetwegen mit ihm gesprochen; Hab' ihm ge-sagt: Ich kann von dem Mädchen nicht lassen. Was gaber mir zur Antwort? Das Mädchen ist gut; taugt abernicht für dich.

Lottchen (weinend,. Ach!

Lieutenant. Will er nicht im Guten, so muß erim Bösen. Wir gehen heut Abend mit einander fort.