-»D 445 Sc-
helsen, liebes Lottchen. Unsere Herren Papachen befindensich wohl.
Lottchen. Im Grab' ist's freilich gut. — Ich be-greif' aber gar nicht, wie Sie so hintereinander lachenund weinen können.
Lieutenant. Soll ich mir denn über ein Paar Leute,die wahrscheinlich jetzt eine Flasche Wein zusammen aus-siechen, die Haar' ausraufen? — Kurz, mein Vater lebtnoch —
Lottchen. Und meiner?
Lieutenant. Ist vermuthlich in Birkendorf.
Lottchen. Sie haben ihn aber ja dort nicht gesehen.
Lieutenant. Ganz natürlich, weil ich nicht von Bic-kendorf, sondern vom Negimente komme.
Lottchen. Was Sie mich nun umsonst und um nichtserschreckt haben! (Schnu-ll-nd.) Das ist nicht hübsch —Warum gehen Sie aber in Trauer?
Lieutenant. Sieh, liebes Mädchen, dieser Flor istein Netz, womit ich dich und etliche Tausend Thalcr san-gen will.
Lottchen. Mich?
Lieutenant. Djch, dich. Du wirst dich wohl fan-gen lassen? Oder liebst du mich nicht mehr?
Lottchen (seufzend). So möcht ich fragen. Soldaten-liebe —
Lieutenant. Ist treu bis in den Tod.
Lottchen. Ja, ja man kennt sie. Ein andres Städt-chen, ein andres Mädchen.
Lieutenant. Denke besser von deinem Karl, der dichfeuriger, als je liebt. Ich habe zwar seit unserer Tren-nung manches reizende Mädchen gesehen, aber dich, meineGute, keinen Augenblick vergessen.