Röschen. Und dennoch schickt' er Sie her?
Warnick. Ja, damit ich nicht in der Kälte stehensollte. Um-ihm nicht durch übertriebene Weigerung Ver-dacht zu geben, ging ich endlich, und nun rcut's mich auchnicht —
Röschen. Wie so?
Warnick. Weil ich so was erhaschte. (Küßt sie.)
Röschen. Jh! der Onkel sieht's.
Warnick. Närrchen! Den haben die Accisgeistcr nochin der Klopfe. — Für wen mahlst du Kaffee? Habt ihrGäste?
Röschen. Kurz, ehe Sie kamen, stieg ein gewisserHauptmann Hohwald hier ab.
Warnick. Hohwald? Wo ich nicht irre, kennt ihnmein Onkel.
Röschen. Ein junger, hübscher Mann.
Warnick. Daß ihr Mädchen doch gleich darnach sehenmüßt! — Nun geh', mache deinen Kaffee! Wenn dich meinAlter bei mir träfe —
Röschen. So dacht' er wohl gar, ich verführte dasunschuldige, fromme Kind.
(Geht lachend ab.)
Zweiter Austritt.
Warnik.
Nun muß ich mich wieder in meine Sittsamkeit werfenund den Gellert hervorsuchcn. (Seht sich, nimmt ein Buchaus der Talche und liest.) Ja, hier sollen nun geistlicheLieder stehn, aber ich seh' und lese nichts, als — Luise,Luise. — O Mädchen, Mädchen, wenn du nur nicht soLanobein'S sämmtl. Schr. IX. Bd> 2Z