entsetzlich spröde wärst und alle meine Briefe uncröffnetzurückschicktcst! — Schon ein Vierteljahr geh' ich dir nach,ohne noch ein Wort mit dir gesprochen zu haben — Hastdu denn — Wetter! mein Onkel. (Er tieSt.)
Dritter Auftritt.
Spargut. Warnick.
Spargut (in. Hereintreten). Schon wieder so fleißig?Das ist wahr, Vetterchen, an dir erlebt man seine Freude.Was hast du denn da für ein schönes Buch?
Warnick. Gellert'S geistliche Lieder.
Spargut. Recht so! bleib' dabei und lies mir keineNomänchcn und Komödienbücher, wie andere lockere Ge-sellen deines Alters, für die du ein wahrer Tngcndspie-gel bist.
Warnick. Was Gutes an mir ist, verdank' ich Ihremlehrreichen Beispiel. — Ist Ihr verdrießliches Geschäft ab-gethan?
Spargut. Abgethan; aber wie? Mich wundert, daßich noch Hemd und Rock habe. Es ist keine Barmherzig-keit unter solchen Leuten.
Warnick. Vielleicht wird einst ein höherer Richter —
Spar gut. Das bedenken dergleichen Wcltmenschennicht. — Hast du schon etwas genoffen?
Warnick. Nein; ich dank' auch für alles.
Spargut. Etwas verzehren müssen wir, denn heim-lich fortschleichen läßt sich nun einmal nicht. Willst duChokolade oder ein Gläschen wider den bösen Nebel?
Warnick. Soll ich ja etwas trinken, so bitt' ich umeine Tasse Thee. Hitzige Getränke erwecken böse Begierden.