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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
345
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Er arbeitete sich nun weiter fort. So kam er endlichauf einen freien Platz, wo ein hoher, von Moos, Laubund Langeln aufgeschichteter Thurm stand, den man imgemeinen Leben einen Streuhaufen nennt. Geschwind ent-schlossen, sich in diese Festung zu werfen, stieg er mit Stie-feln und Sporen hinein, und übergoß sich so lange mitMoos und Blättern, bis er völlig damit bedeckt war.

Mit Erstaunen sah Dorchen das alles, und empfandgegen den elenden Wicht eine so herzliche, alle Liebe töd-tende Verachtung, daß sie sich der freundlichen Zuneigung,die er ihr durch seine Prahlereien abgelistet hatte, vor sichselbst schämte. Ihr Unmuth gab ihr in den Sinn, sichan dem Großsprecher auf der Stelle zu rächen und ihnspottend zu entlarven, damit cs ihm nie wieder cinfallenkönnte, sich das Ansehen eines Helden zu geben. Sie tratvor den Streuthnrm, und mit verstellter Stimme, der sieeinen tiefen, männlichen Ton aufzwang, rief sie laut:Herr Adjutant!" Er rührte sich nicht.Herr Ad-jutant Häslein!" rief sie stärker und mehrmals; doch im-mer blieb er mäuschenstill. Ungeduldig zerstörte sie nunden Streuhaufcn, bis der Kopf des Mnndhclden zum Vor-schein kam. Er starrte sie einen Augenblick mit Entsetzenan, hatte jedoch Geistesgegenwart genug, seiner schimpf-lichen Flucht ein ehrbares Mäntelchen umhängen zu wol-len.Himmel, Sie sinds?" rief er.Ihr Scherzverdirbt mir einen herrlichen Plan. Ich legte mich hierin den Hinterhalt, um wie ein Donnerwetter hcrvorzu-brechen, wenn's die Feinde versucht hätten, auf dieserSeite durch den Wald zu schleichen und unfern linkenFlügel zu umgehen."

Still, still, Herr Eisenfresser!" sagte Dorchen.Ich