Nach dieser Anrede (in welcher es der Feldherr nichtlassen konnte, dem Bierbrauer einen Ansdruck abzuborgcn)führte Burkhard sein Häuflein frisch in den Wald. Balddarauf geschah drin ein Schuß. „Sackerlot! eS wirdErnst!" rief der Oberste. Sein Adjutant schlotterte mitZähnklappen im Sattel. „Freund, was fehlt Ihnen?"fragte Gundram. „Es ist diesen Morgen verwünscht kalt!"stotterte Häslein.
Jetzt krachten wieder zwei Schüsse rechts im Walde.Blitzschnell sprengte der Adjutant links in den Busch.„Was wollen Sie dort? Rechter Hand steht der Feind!"schrie Gundram mit der ganzen Macht seiner Stimme.Aber Häslein hörte nicht: er verschwand im Gebüsche.
Unweit von dem Platze, wo sein Pferd das Dickichtdurchbrach, lauschte Dorchen. Er bemerkte sic nicht; sieaber traute kaum ihren Augen, als ihr Held mit einemtodtenfarbigen und verstörten Gesichte so plötzlich hier an-kam. Neugierig, was er beginnen würde, regte sie sichnicht. Er spornte sein Roß, es sollte tiefer ins Gehölzcindringcn: da es aber von Gesträuchen aufgehalten wurde,sprang er herunter, zog sein Schwert, durchsägte hastigdamit den Zügel, ließ das Pferd stehen und kämpfte zuFuß mit dem widerstrebenden Gebüsche. Da faßte ihnein Dornstrauch heimtückisch von hinten und hielt ihn fest.Er, in der Mepnung, es habe ihn ein Feind ergriffen,that ohne Umsehen einen ängstlichen Schrei, fiel auf dieKnie und sichte mit erhobenen Händen um sein Leben.Als er keine Antwort erhielt, wagte er nach einigen Mi-nuten einen furchtsamen Blick über die Achsel. Er sahniemand hinter sich, sprang fröhlich ans, entdeckte die Sta-chelbände, die ihn erhascht hatten, und hieb mit demSchwerte so wüthend auf sie ein, daß sie los lassen mußten.