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Sie entschloß sich dazu, und warb zur Bedienung desseltsamen Geschützes viele Frauen und Mädchen, mit wel-chen sie einige Monate lang fleißige Uebungen anstellte.Alle andere, die nicht bei der Artillerie dienen wollten,mußten sich anheischig machen, beim ersten Ruf der Sturm-glocke sogleich Kessel und andere große Kochgcfäße ansThor zu bringen, dort Feuer anzuzünden und das benö-thigte Wasser dabei zu sieden. Herr Häslein verbessertenachher noch seine Erfindung durch den Vorschlag, dieSpritzen mit dünnem Mehlbrei zu laden, weil es, wie ersagte, durch die Erfahrung entschieden sep, daß ein solchesMehlmuß nicht so schnell als einfaches Wasser erkalte.
Und so, wie er das alles entworfen und vorbereitethatte, ward cs jetzt, da der Feind im Anzüge war, mitmöglichster Behendigkeit ausgeführt. Rasche Weiber spann-ten sich vor die Spritzen und zogen sie ans Thor; andereschürten Feuer an und trugen Töpfe, Kessel und Wasserherbei. Die gewaltige Stimme der Dame Polteratzkp,die am Thore commandirtc, durchschallte die ganze Stadt.Der Adjutant kam gejagt. „Alles gut! alles schön!" riefer. „Nur die Spritzen noch so gerichtet, daß sie dasThor mit einem Kreuzfeuer bestreichen! Dann will ichwohl sehn, wer ungebrüht herein kommen soll!" —
Der Herr Oberste — so nannte ihn die ganze Stadt— bestieg indeß sein hohes Schlachtroß mit Aechzcn undKrächzen. Er war ein sehr dicker Mann, und das wun-derte niemand, der es wußte, daß er ein ungemein nahr-haftes Bier braute und einen guten Theil davon selbstverzehrte. Sein Brauwesen machte ihn auch beritten, in-dem das tüchtige Pferd, das ihn jetzt auf den Kampfplatztragen sollte, zu andern Zeiten den Bierwagen zog.
Als der Adjutant vom Thore zurück kam, ward Kriegs-