nach Nächstem gekommen w ar vnd drei verschiedene Rollenschlecht gespielt hatte.
Hannchcn kämpfte lange gegen den Antrag, sich ihmverschleiert antrauen zu lassen. Da man ihr aber die Sachevon der besten Seite verstellte, sie sich überdicß vom Jun-ker Tobias geliebt wußte, und große Lust hatte, eine Edcl-frau zu werden: so gab sie dem einstimmigen Rath undWillen des Fräuleins von Minden und der Frau vonSchönau nach, und verließ sich besonders auf den Ober-sten, der sich für den glücklichen Ausgang des Unterneh-mens verbürgte. Sie wollte nun ihrem Vater den ge-heimen Plan entdecken und sich seine Genehmigung erbit-ten; aber man erlaubte ihr nicht, ihm davon Nachricht zngeben, weil man besorgte, daß des guten Mannes Acngst-lichkeit und Demuth alles verderben würde.
Des Junkers Leibjägcr hatte ihm seines Herrn bevor-stehende Vermählung mit dem Fräulein von Minden imVertrauen eröffnet. Er, ein allezeit fertiger Poet, arbei-tete sogleich ein Hochzeitgcdicht aus, ließ es in der Stadtdrucken, und erwartete eben mit Ungeduld die Rückkunftdes zur Abholung dahin gesandten Boten, als ein Wagenvon Rothstcin ankam, dessen er sich, vom Obersten zurHochzeit eingeladen, bedienen sollte. Er fiel wie aus denWolken, und beschuldigte den Kutscher, er müsse nicht rechtgehört haben; dieser aber, seiner Sache gewiß, ließ sichnicht abweisen. Während des Streites darüber kam derEilbote mit dem Gedichte gelaufen. Meister Benedict, derschon zur vorhabenden Fußwanderung nach Rothstein fest-lich gekleidet war, setzte sich nun, weil es durchaus nichtanders seyn sollte, in den Wagen. Die Fahrt ging sehrrasch, und er fand in dem fliegenden Kasten nicht so vielRuhe, daß er das poetische Päckchen öffnen konnte.