317 «se-lige Abstellung des unleidlichen Getrampels höflichst bittenlasse.
„Zum Guckguck! ich bezahle meine Stube und tobe darinnach Belieben!" sagte Tobias, und trieb den gräflichenGesandten, der gegen die behauptete Befugniß etwas ein-wenden wollte, mit Aufhebung des Stocks in die Flucht.
Sehr vergnügt, daß er eine so gute Anlage zur Ver-wegenheit bei sich wahrnahm, ging er aus, um sich indieser trefflichen Tugend noch fester zu setzen. Es begeg-neten ihm viel junge Leute, die mit vorgerecktem Kopfeund funkelnden Gläsern vor den Augen jedermann, beson-ders junge Frauenzimmer, starr anglotzten. Das schienihm recht hübsch frech, und er kaufte sogleich eine Brille.Da er aber, ohne Wahl nach Beschaffenheit seiner Augen,die erste die beste nahm, so sah er weniger als zuvor,und raunte, wie blinde Kuh spielend, gegen männiglichan. Unter andern stieß er auf eine Kette von Studenten.Er wollte durchbrechen; aber die Muscnsöhne warfen ihnso derb zurück, daß er ins Taumeln kam, sich unsanftauf's Pflaster setzte und in den ersten Augenblicken dasAufstehen vergaß. „Wer mag der Stockfisch sepn?" fragteeiner der lachenden Gesellen. „Vermuthlich der Kalibanaus Shake spear's Sturm;" sprach ein Anderer, unddas Gelächter griff noch weiter um sich.
Herr von Hopfenbcrg nahm die sonderbare Art, wie manihn auf öffentlicher Straße znm Sitzen gcnöthiget hatte,keinesweges übel; er sah sic vielmehr als eine werkthätigeUnterweisung in der Verwegenheit an; und da die jungenMeister, deren Stand er nicht kannte, zum Theil Bücherunter dem Arme trugen, so glaubte er, sie lernten diefreie Kunst der Verwegenheit daraus, und cs entstand beiihm der Wunsch, ein so nützliches Buch zu besitzen.