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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
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Sorte von Verwegenheit zu verpfuschen. Darum schiencs ihm rathsam, die wahre, liebenswürdige Frechheit, diedem Vernehmen nach in der Hauptstadt zu Hause scpnsollte, aus der ächten Quelle zu schöpfen und sich dcßhalbeinen Weg von zwanzig Meilen nicht verdrießen zu lassen.

Er kam in der Hauptstadt an, stieg in einem der vor-nehmsten Gasthäuser ab und trat vor allen Dingen an'sFenster, um die Musterbilder, die er studiren wollte, aufder lebhaften Straße zu beobachten. Da sah er denn baldverschiedene junge Männer seines Alters, die mit sichtlicherSelbstzufriedenheit die Nase hoch aufwarfen und den Stem-pel der Verwegenheit an der Stirn trugen. Einige schos-sen vorbei, als hätten sie die dringendsten Geschäfte, stie-ßen Jedermann, der ihnen nicht schnell genug auswich,auf die Seite, und fuhren am Ende in den Laden einesZuckerbäckers, der das Ziel ihrer Eilfertigkeit war. Anderepfiffen und sangen laut, hieben mit ihren Stöcken oderReitpeitschen in den Wind, und lachten mit vollkommensterGcmüthsruhc, wenn Jemand bei ihrem Luftgefechte einenSchlag an den Kopf bekam und sich darüber beklagte.Der lchrbegierigc Schüler säumte nicht, diese Artigkeitenans der Stelle nachzuahmcn. Er übte sich zuvörderst vordem Spiegel, die Nase hoch zu tragen und verwegeneGesichter zu schneiden; dann lief er, mit dem Stocke fech-tend, in der Stube auf und nieder, um den raschen, hü-pfenden Gang seiner Meister zu lernen.

Die letztere Uebung machte wegen seiner mit Nägelnund Hufeisen beschlagenen Stiefeln einen heillosen Lärm,und cs währte nicht lange, so erschien ein Aufwärter, derihn ersuchte, etwas sanfter aufzutreten, indem eine unterihm wohnende gräfliche Herrschaft gefragt habe, ob überihr ein Pferdestall oder eine Reitbahn sep, und um gefäl-