Nosalie mußte lachen; doch sogleich ward sie wiederernsthaft und sagte: „Herr von Hopfenbcrg, Sie habenheute einen schlimmen Fall gethan; cs scheint dadurch ei-nige Unordnung in Ihrer Hirnkammer entstanden zu sepn.Begeben Sie sich nach Hause und sorgen Sie für IhreGesundheit!" — Damit eilte sie fort.
Erschrocken, erstarrt, und mit erhobenen Händen, wieer sie zu ihr emporgestrcckt hatte, blieb er aus den Knienliegen und sah ihr eine Weile ohne Bewegung nach. End-lich stand er auf, schüttelte verdrießlich die Perücke undmachte sich mit Scham und Widerwillen ans den Rückwegnach dem Schlosse.
An der Gartenthüre begegnete ihm sein Jäger, der Klei-der und Pferde aus Hopfcnberg geholt hatte. „Wir wol-len auf der Stelle fort," sagte Tobias, und ging wiederin den Garten, um sich dort umzukleiden. Das that erin der nächsten Laube, schickte die erborgten Hüllen insSchloß, ließ seine» Wagen an der Hinterpforte des Gar-tens Vorfahren, und kehrte, ohne von Jemand Abschied zunehmen, in sein Reich zurück.
Höchst unzufrieden war er mit dem Dichter, der öffent-lich sein Wort gegeben hatte, daß man weibliche Herzendurch Zartheit gewinne. Dennoch entschloß er sich, denWorten des Lehrers noch einmal zu trauen, und es nunauch mit der empfohlenen Raschheit und Verwegenheit zuwagen. Da sich aber bisweilen der vernünftige Gedankebei ihm regte, daß seine verunglückte Zartheit vielleicht nichtvom rechten Schrot und Korn gewesen ftp, so ward ihmbange, den zweiten Versuch ebenfalls durch eine falsche