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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
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cher auf den dickköpfigen Uhu los, da er fich aller Gegen-wehr enthielt, um nicht unzart zu erscheinen.

Er gewann aber mit seiner zuckersüßen Artigkeit undDemuth keinen aufrichtig holden Blick von Rosalien. Sieschien sogar blind und taub, als er sich, mit dem Glasein der Hand, feierlich vom Stuhl erhob und ihr mit süß-lich quäkender Stimme den Trinkspruch:Was wir lie-ben !" zubrachte. Er mußte sich unverrichteter Sache wie-der setzen und ein Nundgclächter schweigend erdulden.Dennoch verließ ihn nicht der tröstliche Wahn, daß nurdie auflauernde Gesellschaft sie abschrccke, ihm entscheidendeZeichen ihrer Zuneigung zu geben.

Darum schlich er ihr getrost nach, als sie nach der Ta-fel mit einer Freundin in den Garten ging. Er hieltes für gewiß, daß von ihm und seiner liebenswürdigenZartheit die Rede sepn werde. Die beiden Fräulein be-merkten ihn Anfangs nicht. Er trat hinter einen Baumund winkte Rosalien schalkhaft mit dem Zeigefinger, alssie von ungefähr die Augen dahin wandte. Sie stelltefich bei dieser unbefugten Vertraulichkeit wiederum blind,sprach aber nach einiger Entfernung mit ihrer Freundindarüber. Diese rieth, den einfältigen Zierbengel gebüh-rend anlaufen zu lassen. Das ward beschlossen; die Mäd-chen trennten sich, und Rosalie kam allein in die Gegendzurück, wo der Perückenstock auf der Lauer stand. Plötz-lich brach er hinter dem Baume hervor, warf sich vorihr auf die Knie und stöhnte folgende, aus dem Mundeeines wandernden Harfenspielers aufgcschnappte Worte:

O Fräulein süß, o Fräulein mild,

Du allerliebstes Wunderbild!"